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    Selbstliebe und Selbstbefriedigung: Warum geht das Hand in Hand?

    Manche Themen liegen so lange im Schatten, dass sie fast schon bleich wirken, sobald sie ins Licht gezerrt werden. Selbstliebe und Selbstbefriedigung gehören zweifellos in diese Kategorie, obwohl sich zwischen beiden mehr Verbindungskraft verbirgt, als viele glauben. Denn auch wenn sie auf den ersten Blick getrennte Wege gehen, tanzen sie bei genauerem Hinsehen eng verschlungen durchs Leben.

    Wie Selbstliebe und Selbstbefriedigung zusammenspielen

    Selbstliebe hat rein gar nichts mit Wellness-Klischees von Schaumbädern und Duftkerzen zu tun. Sie bedeutet, sich selbst zu akzeptieren, mit allen Macken, Marotten und gelegentlichen Selbstzweifeln, die jeder Mensch so im Gepäck hat. Sie zeigt sich in Respekt vor eigenen Bedürfnissen und darin, die Grenzen des eigenen Körpers ernst zu nehmen.

    Selbstbefriedigung hingegen klingt für viele immer noch nach etwas, das besser diskret hinter verschlossener Tür stattfindet. Dabei geht es nicht bloß um schnellen Lustgewinn, sondern auch darum, herauszufinden, was sich gut anfühlt und wo das persönliche Lustzentrum überhaupt liegt. 

    Manchmal kann das auch heißen, ein Hilfsmittel wie ein Vibrator oder ein Fleshlight einzusetzen, weil solche Toys nicht nur die Intensität steigern, sondern auch helfen, den eigenen Körper noch einmal ganz neu zu entdecken. 

    Scham und Mythen belasten das Thema bis heute

    Dass Masturbation für viele ein Thema voller Scham ist, liegt weniger am Körper selbst als an uralten Geschichten. Ob religiöse Mahnungen oder vermeintliche Warnungen vor gesundheitlichen Schäden. Mythen wie diese haben sich fest ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt.

    Männer wird oft zugestanden, dass sie nun mal „triebgesteuert“ seien, während Frauen ihre Sexualität angeblich lieber im Verborgenen lassen sollen. Nicht-binäre Menschen wiederum finden sich oft in keiner dieser Rollen wieder, was zusätzlichen Druck erzeugt. Zwar hat sich die öffentliche Wahrnehmung gewandelt, doch tiefsitzende Vorurteile und Mythen wie „Masturbation macht einsam“ oder sei gar gesundheitsschädlich, halten sich hartnäckig.

    Hier kommt auch ins Spiel, dass viele das Gefühl haben, sie dürften höchstens heimlich zu einem Dildo greifen, weil das angeblich etwas über ihren Beziehungsstatus oder ihre sexuelle Zufriedenheit aussage. Dabei sind Toys wie ein Dildo schlicht Werkzeuge, um den eigenen Körper besser kennenzulernen und Spaß zu haben und kein Indikator dafür, ob jemand in einer Beziehung glücklich ist oder nicht.

    So stärkt Selbstbefriedigung das Körpergefühl und lässt den Selbstwert

    Selbstbefriedigung kann weit mehr leisten als bloße Lust. Wer sich selbst erkundet, entdeckt, welche Berührungen guttun, wo die Grenzen liegen und welche Fantasien das Herz schneller schlagen lassen. Dieses Wissen kann das Selbstwertgefühl stärken und dazu beitragen, den eigenen Körper liebevoller wahrzunehmen, selbst wenn er nicht aussieht wie das retuschierte Modell auf einem Werbeplakat.

    Achtsame Selbstbefriedigung kann zu einem Ritual werden, das frei von Leistungsdruck ist und nur dem Wohlgefühl dient. Sie hilft, Scham abzubauen, Fantasien angstfrei zuzulassen und sich selbst näherzukommen. Für viele wird sie so zu einem Schlüssel, den eigenen Körper nicht nur zu akzeptieren, sondern zu mögen.

    Warum Selbstliebe der Nährboden für erfüllte Sexualität ist

    Selbstliebe bildet oft das Fundament für ein erfülltes Sexualleben. Wer sich selbst annimmt, kann sich in intimen Momenten fallen lassen, Wünsche äußern und Grenzen klarer ziehen. Masturbation wird dabei fast zu einer Art Übungsfeld, das hilft, Vorlieben zu entdecken und später auch in einer Partnerschaft zu kommunizieren.

    Ohne Selbstliebe hingegen schleichen sich oft Scham, Hemmungen oder das Gefühl ein, nicht zu genügen. Wer jedoch seine eigenen Bedürfnisse kennt, kann diese selbstbewusster vertreten, was das Risiko von Missverständnissen in der Sexualität erheblich senkt. So hängen Selbstliebe und Sexualität oft enger zusammen, als es auf den ersten Blick wirkt.

    Lust, Gesundheit und das eigene Tempo finden

    Masturbation bringt handfeste Vorteile mit sich. Stress verabschiedet sich oft so schnell wie ein verschrecktes Reh im Wald, Endorphine heben die Stimmung, Schlafprobleme werden kleiner und manche Menstruationsbeschwerden lassen sich lindern. Solange sie nicht zur einzigen Strategie wird, um Probleme zu verdrängen, spricht nichts gegen regelmäßige Selbstbefriedigung.

    Gerade für Menschen mit belastenden Erfahrungen kann sie jedoch eine Herausforderung für die Gesundheit sein. Hier braucht es Fingerspitzengefühl, Zeit und oft professionelle Unterstützung, um wieder ein gutes Verhältnis zum eigenen Körper aufzubauen. Kein Mensch muss masturbieren, um „normal“ zu sein, und es gibt keine Norm dafür, wie Sexualität auszusehen hat.

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